Wenn alles egal ist, ist alles nichts. Ein Plädoyer für mehr Leistungsanreize.

von Dr. Roy Kühne MdB

Mein Sohn ist 15 Jahre alt und steckt mitten im Digitalen Zeitalter! Glücklicherweise hat er dafür Interesse und den Zugang. Viele andere Kinder in seinem Alter haben dies nicht! Schaut man sich aber mal die Berufswelt heute an, kommt man in keiner Branche so wirklich um den Computer herum. Daher ist für mich die Installation von Tablets in den Schulen und die Qualifizierung der Lehrer zwingend notwendig. Es kostet uns volkswirtschaftlich voraussichtlich in Zukunft mehr, diese Aufgabe bzw. Herausforderung zu ignorieren.

Bildung in Deutschland ist durch die Uneinigkeit in Lehr- und Prüfungsplänen absolut gefährdet. Ein simpler Umzug einer Familie innerhalb Deutschlands macht die Katastrophe bereits deutlich. Hier muss eine Einigkeit der Kultusministerien her, damit Menschen in Deutschland (einem ja nicht so sehr großen Land) umziehen können, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, ob der Abschluss zählt oder – auch schlimm – ob das Kind den Anschluss in der Schule wieder herstellen kann. Grund: ein völlig anderer Lehrplan sowie völlig andere Bücher. Der Umzug an sich, neue Mitschüler, neue Lehrer, neue Nachbarn etc. sind schon Belastung genug.
„Abiturzwang“ in Deutschland könnte die Überschrift sein – oder die Inflation der Gymnasien. Aber ist der Abschluss Abitur das Allein-Glücklich-Machende? Sicherlich mit NEIN zu beantworten, denn nicht jeder kann es oder will es. Vielmehr brauchen wir auch eine starke Realschule oder Hauptschule,  mit einem Blick auf das deutsche Handwerk, wo wir gut ausgebildete Schüler brauchen, die auch den Sinn für das Praktische haben. Das eine schließt das andere nicht aus! Abitur sollte aber dazu vorhanden sein, um ein Studium anzuschließen und nicht um anschließend ein Handwerksberuf zu erlernen. Das würde auch unser Hochschulen vor Überfüllung retten und so manchen Schülern den Druck von den Schultern nehmen, UNBEDINGT das Abi zu machen, da man ja sonst „nichts wert“ ist. Wertschätzung für alles Bildungsformen!

Ein Kind freut sich über eine Belohnung nach einer guten Leistung – Lob, Anerkennung oder ein schönes Eis! Was setzt dies aber voraus? Eine fassbare Leistung – vielleicht sogar verbunden mit einer persönlichen Überwindung oder starker Anstrengung. Die Medaille ist nach dem gewonnenen Sprint etwas wert, weil man sich diese hart erarbeitet hat – trainiert und gekämpft hat. Gibt es diese Medaille oder das Eis jedesmal nur so, hat dies keinen Wert mehr. Kinder sowie auch Erwachsene brauchen eine Motivation durch Leistungsbelohnung. Wenn alles egal ist und ja doch alles kommt, wer will dann noch Leistung erzeugen  – wozu auch? Die Voraussetzungen für das Erbringen von Leistungen mit anschließender Belohnung (Zensuren) sollten einheitlich sein. So könnten die unterschiedlichen Begabungen individuell gefördert werden. Leistung und Belohnung gipfeln in Erfolg! Das kann jeder Sportler nachvollziehen.

Die CDU steht für Belohnung und nicht für Gleichmacherei! Leistung muss sich lohnen und die CDU steht für eine chancengerechte und zukunftsausgerichtete Bildung – im Sinne der Entwicklung unserer Gesellschaft. Dazu müssen wir jedoch wieder alle Anstrengungen unternehmen, dass die CDU die Kultusminister stellt! Es gilt, die Menschen in den Programmen von der besseren Bildungspolitik zu überzeugen. Förderung eines Jeden nach seinen Möglichkeiten – Beschreiten u.a. moderner digitaler Wege (Tablets, etc.), Hinterfragen von Lehrplänen – warum nicht auch mal das!

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