Sechs Thesen zur Zukunft der Bildung

I. Digitalisierung der Bildung

Die digitale Welt erobert Tag für Tag neue Lebensbereiche. Auch unsere Schulen werden von dieser Entwicklung erfasst. Wir möchten, dass die Schulen offen sind für die Digitalisierung. Dazu brauchen wir kein neues Schulfach. Wir fordern, dass Länder und Kommunen ihrer Verantwortung gerecht werden. Lehrer sollen in digitalen Kompetenzen aus- und fortgebildet werden, um selbst in der Lage zu sein, digitale Inhalte kompetent zu vermitteln. Zudem muss die Ausstattung an Schulen dieser Entwicklung entsprechen. Dazu gehören WLAN-Netze an Schulen genauso wie ein Tablet für jeden Schüler. Schon heute müssen Schüler sehr viel Geld für zusätzliche Literatur und für technische Hilfsmittel wie Taschenrechner ausgeben – moderne Endgeräte vereinen viele Funktionen, sparen so Geld und tragen letztlich dazu bei, der Bildung in Deutschland eine Zukunft zu geben.

II. Vergleichbare Standards statt Gleichmacherei

Bildungspolitik in Deutschland ist Sache der Länder. Das soll auch so bleiben. Das schließt eine koordinierende Rolle des Bundes aber nicht aus. Wir wollen eine höhere Verbindlichkeit in der Vergleichbarkeit von Abschlüssen ermöglichen. Der Schulabschluss in Berlin oder Hamburg darf nicht weniger wert sein, als der Schulabschluss in Baden-Württemberg oder Bayern. Eine wirkliche Verbindlichkeit ist letztlich nur möglich, wenn für alle Bundesländer einheitliche Standards für Schulabschlussprüfungen festgelegt werden. Klar ist auch, dass wir keine Nivellierung und eine Anpassung aller nach unten möchten.

III. Das Abitur macht nicht zum besseren Menschen

Wenn heute über eine qualitativ gute und chancengerechte Bildungspolitik gesprochen wird, geht es zumeist darum, die Zahl der Abiturienten und Studenten zu erhöhen. Die CDU ist und bleibt auch eine starke Verteidigerin des Gymnasiums. Klar ist aber auch, dass die Menschwerdung nicht erst mit dem Abitur beginnt. Eine der größten wirtschaftlichen Herausforderungen heute und in Zukunft ist der Fachkräftemangel. Überfüllte Hochschulen sind darauf die falsche Antwort. Deshalb ist die CDU auch Anwalt all derer, die einen Haupt-, Real- oder Gesamtschulabschluss machen und sich für einen Ausbildungsberuf entscheiden. Die duale Berufsausbildung in Deutschland ist für viele andere Nationen Vorbild; unsere Jugendarbeitslosigkeit niedrig. Duale und berufliche Ausbildung müssen die gleiche Wertschätzung und Förderung erhalten, wie die Ausbildung am Gymnasium, an Fachhochschulen und an Universitäten.

IV. Leistungsbereitschaft als Schlüssel zum Erfolg

Heute ist die Antwort auf die fehlende Motivations- und Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler das Abschaffen von Leistungsanreizen. Genau das wollen wir nicht. Auch der Einser-Abschluss für jedermann ist nicht das Ziel unserer Politik. Vielmehr geht es darum, die unterschiedlichen Begabungen in der Vielfalt zu erkennen und gezielt zu fördern. Die CDU steht auch in Zukunft für einen starken Leistungsbezug unserer Bildung. Wir stehen für die Beibehaltung von Noten und der Möglichkeit, ein Schuljahr zu wiederholen. Leistung und Anstrengungsbereitschaft des Einzelnen sind der Schlüssel zu sozialem Aufstieg und wirtschaftlichem Erfolg.

V. Inklusion stärken – Vielfalt braucht vielfältige Angebote

Wir brauchen eine einheitliche Antwort für die Inklusion, keine sechzehn verschiedenen. Inklusion kann dabei nur gelingen, wenn sie ganzheitlich ansetzt. Für die Umsetzung der schulischen Inklusion müssen die erforderlichen Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden. Inklusion bedeutet eben nicht „all inclusive“: Wer die entscheidenden Rahmenbedingungen nicht setzt, wird letztlich weder den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung noch denen ohne Behinderung gerecht. Alles andere wäre latente und ungerechtfertigte Banalisierung von Behinderungen, da dies letztlich den betroffenen Menschen nicht gerecht wird. Die Vielfalt der Behinderungen braucht auch eine Vielfalt von Angeboten. Wir müssen Wege finden, dass jeder Mensch im Rahmen seiner Möglichkeiten und seines Förderbedarfs die bestmögliche Ausbildung erhält, seine Talente entfalten kann und zu Leistung ermutigt wird. Dazu zählt auch, die Grenzen der Inklusion anzuerkennen. Deshalb steht die CDU neben der Inklusion in allen Regelschularten auch ganz klar zur Förderschule.

VI. Die CDU ist die Bildungspartei

In den vergangenen Jahrzehnten war die CDU die Partei, die stets an entscheidender Stelle die Bildungspolitik in Deutschland erfolgreich mitgestaltet hat. Heute sind wir ins Hintertreffen geraten. Wir stellen nur noch drei Kultusminister der Union in sechzehn Ländern. Das ist zu wenig, um einem breiten Geltungsanspruch zu genügen. So selbstverständlich wie Sicherheits- und Innenpolitik in unseren Kompetenzbereich gehören, muss auch die Bildungspolitik in den Ländern wieder zurück in die Hand der CDU. Künftig müssen wir in jedem Land wieder klar den Anspruch auf das Kultusressort erheben und deutlich machen: Erfolgreiche, chancengerechte und zukunftsorientierte Bildungspolitik ist nur mit uns möglich.

 

Hier können Sie sich die Thesen als pdf downloaden.

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